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Flora Varga, Hospitantin der Universität Wien im Deutschkurs

 


1. Vorstellen der Institution


Die Hospitation von 20 Unterrichtseinheiten im Rahmen des DaF-Methodik- Praktikums habe ich bei der Institution „Blaise und Pascal“, DeutschAkademie, Opernring 1/E 1010 in Wien absolviert. Diese bietet neben herkömmlichen Deutschkursen zusätzlich Grammatik- oder Konversationskurse an, in denen die Lerner ihr Sprachwissen zusätzlich vertiefen können. Außerdem besteht auch die Möglichkeit, so genannte Integrationskurse zu besuchen.

Die Intensivkurse dauern jeweils 4 Wochen. Die Lerner werden je nach ihrem Vorwissen in eine von den 12 verschiedenen Kursstufen, vom Anfänger zum Fortgeschrittenen, eingestuft, wobei sie zwischen 4 Uhrzeiten, je nach dem wie es ihre Zeit erlaubt, wählen können. Die Institution bemüht sich außerdem, die Lerngruppen möglichst klein zu halten, damit eine bessere und intensivere Arbeit gewährleistet wird: Die Maximale Teilnehmerzahl beträgt 9 Lerner pro Gruppe. Weiters wird auf moderne und kommunikative Lehrmethoden Wert gelegt; Die Lehrkräfte sind ausschließlich Deutscher Muttersprache und haben ein abgeschlossenes Universitätsdiplom, deren Beschäftigung außer dem Unterrichten auch eine intensive und persönliche Beratung der Lerner mit einschließt. Von Vorteil ist auch die zentrale Lage der Blaise und Pascal Institution.

(Ich verdanke dieser Institution eine sehr lehrreiche und intensive Zeit, in der ich viel dazugelernt habe, nicht nur was meine spätere Lehrbahn betrifft, sondern auch das Arbeiten und Organisieren in einer größeren Institution. Das ganze Team stand mir stets sehr hilfsbereit zur Verfügung und beantwortete meine Fragen bereitwillig und ausführlich. Dafür möchte ich ihnen meinen besonderen Dank aussprechen.)

2.Darstellung der Hospitationsstunden

Ich habe im Rahmen meines DaF- Praktikums 27 Stunden - 20 in einem 2B Kurs und 7 in einem em 1 Kurs (Mittelstufe) - jeweils von der selben Lehrkraft betreut, bei der Institution Blaise und Pascal hospitiert. Aus diesen sollen nun 20 Unterrichtseinheiten (jeweils 3 volle Stunden mit 15 Minuten Pause) näher dargestellt werden.

2.1.Die Lerngruppen

Die 2B Gruppe bestand aus 6 weiblichen und einem männlichen Teilnehmer, die em1 Gruppe aus 8 Lernern, ebenfalls mit einem einzigen männlichen Teilnehmer. (jeweils verschiedenen Alters und Herkunft/ zwischen 27 und 40 Jahre alt/) ihrem Alter nach jeweils Anfang bis Ende dreißig und verschiedener Herkunft: China, die Slowakei, die Ukraine, Kroatien, Russland, die Philippinen und Portugal. Der Großteil von ihnen verfügt über einen universitären Abschluss. Die meisten sind berufstätig, lediglich zwei sind zu Hause beschäftigt. Dementsprechend unterschiedlich ist das Sprachwissen der Lerner, der Umgang mit Sprache, die sie in die Stunde mitnehmen.


Interaktion

In beiden Gruppen herrschte eine gute und ausgesprochen positive Atmosphäre. Die Lerner gingen stets höflich und freundlich miteinander um, hörten einander zu, erkundigten sich gegenseitig nach dem Wohlbefinden, interessierten sich für einander. Bei den Konversationen, die einen Großteil der Unterrichtseinheiten einnahmen, achteten sie darauf, dass jeder und jede gleichermaßen zu Wort kam; die Beiträge wurden ohne Unterschied mit Interesse, Toleranz und Respekt empfangen und auf diese eingegangen. Bei Kleingruppen-arbeiten war jede(r) bereit, mit jedem zu arbeiten, und Gedanken auszutauschen. Dabei achteten sie darauf, dass sie möglichst nicht mit einem Lerner oder Lernerin ihre Muttersprache eine Gruppe zu bilden, um wirklich die Zielsprache zu benützen/ um maximal von der Zielsprache zu profitieren.
Die unterschiedlichen Herkunftsländer und- sprachen wurden als eine Bereicherung
Aufgefasst, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern, Kulturen und Sprachen stets ausführlich behandelt. Auch die gegenseitige Bereitschaft zu helfen sehr war groß .Hatte jemand Schwierigkeiten, das richtige Wort oder die korrekte Konstruktion zu finden, so wurde ihm oder ihr stets von den anderen TeilnehmerInnen bereitwillig und behutsam geholfen. Auch bestand höchste Disziplin was die Unterrichtssprache betrifft. Es wurde hauptsächlich, auch unter Lernern derselben Muttersprache, Deutsch gesprochen. Nur in seltenen Fällen wurde aus Englisch und manchmal auf Französisch als Behelfsprachen zurückgegriffen.
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2.2.Die Lehrkraft

Die positive Atmosphäre ist zu einem beträchtlichen Teil der Lehrkraft zuzurechnen.
Zu ihr hatte jeder Lerner eine sehr positive und vertrauensvolle Beziehung. Sie wurde sowohl als Wissens- und Motivationsquelle, als auch als Person von allen geschätzt und ernst genommen. (So war jeder und jede bereit, auf die von der Lehrkraft vorgeschlagene Themen einzugehen und sich ausführlich zu ihnen zu äußern. So wurde jeder Unterricht zu einem gemeinsamen Austausch an Wissen, Erfahrungen und Gedanken, das sich sehr positiv auf die Lernmotivation und –Fortschritt sich auszuwirken schien)

Jede Stunde begann mit einem kleinen persönlichen Gespräch, in dem sich die Lehrkraft jeden einzeln nach seinem oder ihrem gestrigen Tag, zum Wochenende, zu seinem oder ihrem allgemeinen Wohlbefinden erkundigte. Dank dieser Einführungsgespräche wurde sofort eine sehr positive Atmosphäre geschaffen, die für das Lernen von höchster Wichtigkeit ist. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin wurde von der Lehrkraft mit dem selben Respekt und Toleranz behandelt und seine Persönlichkeit berücksichtigt.

Die aus den unterschiedlichen Herkunfstländern resultierende Heterogeneität der Lerngruppe wurde von der Lehrkraft sehr positiv aufgenommen worden und zu unterschiedlichen Aktivitäten genützt worden. In jeder Stunde kam es zu einem interkulturellen Austausch. Es ist auf diese positive und vertrauensvolle Beziehung zwischen Lehrkraft und Lernende, dass auch „heikle“ Themen, wie Ehe und Gesellschaft, die Emanzipation der Frau u.s.w. von der Gruppe ohne Widerrede, ja mit Begeisterung besprochen werden konnten. War die Beteiligung der Lerner bei einigen Themen eher gering, so wurde das von der Lehrkraft mit viel Einfühlungsvermögen erspürt und das Thema gewechselt. Dieses rasche Wechseln des Themas wurde der Lehrkraft durch ein flexibles Stundenbild ermöglicht, welches genug Material für zahlreiche andere Aktivitäten bot. Jede Unterrichtseinheit wurde so intensiv genützt.

2.3.Unterrichtssprache

Die Lehrkraft stammt aus Deutschland und lebt seit geraumer Zeit in Österreich. Außer Deutsch beherrscht sie Englisch und Französisch und verfügt auch über Grundkenntnisse des Russischen.

In den Unterrichtsstunden sprach sie stets klar und deutlich, in simplen, kurzen Sätzen und wiederholte viel. Bei länger anhaltenden Schwierigkeiten der Lerner, ein bestimmtes Wort zu verstehen oder den richtigen Ausdruck zu finden, konnte die Lehrkraft auf ihre zahlreichen Behelfssprachen zurückgreifen. Dies war allerdings nur in den seltensten Fällen nötig. Wie oben schon erwähnt, bestanden die Lerner auf strikte Einsprachigkeit in der Zielsprache und ermahnten sich sogar gegenseitig, falls jemand zu weit von der Zielsprache abgedriftet war. Meistens löste die Lehrkraft die Situation so, dass sie schwierigere Wörter mit Hilfe von Beispielsätzen umschrieb, einige auf die Tafel zeichnete oder sogar pantomimisch darstellte.

Bei den Konversationen übernahm die Lehrkraft die Rolle der „Show-Leiterin“, in dem sie immer wieder Fragen an die Lerner stellte und sich – auf ausdrückliche Bitte der LernerInnen – am Gespräch beteiligte. Trotzdem standen immer – außer bei der Klärung von grammatikalischen Phänomenen - die Lerner im Mittelpunkt des Unterrichtes. Die Zeit wurde maximal dafür genutzt, letztere soviel wie möglich sprechen zu lassen und sich als Lehrkraft aus dem Mittelpunkt zurückzuziehen.

2.4. Korrekturverhalten

In den Stunden galt die Devise „Sprechen vor Schreiben“. Schriftliche Aufgaben wurden auf zu Hause verlegt. Die Lerner bekamen ihre Hausübungen von der Lehrkraft verbessert zurück, es lag jedoch an ihnen, wie sei mit den Korrekturen umgehen wollten. Eine gemeinsame Fehleranalyse in der Gruppe fand nicht statt. Bei den mündlichen Aktivitäten unterschied die Lehrkraft stets zwischen rein kommunikativen Übungen und solchen, in denen bestimmte grammatikalische Phänomene geübt werden sollten. Bei ersterem hielt sie sich mit dem korrigieren zurück, es wurden lediglich Aussprachefehler verbessert - in dem der Redefluss manchmal auch unterbrochen wurde- bei letzterem verbesserte sie sanft aber sofort. Fehler und ihre richtige Variante wurden auf die Tafel geschrieben und von den meisten Lernern in ihre Hefte notiert.


3. Stundenbilder der hospitierten Unterrichtseinheiten

3.1 Darstellung der ersten hospitierten Stunde vom 14.10. 2003

( Hier möchte ich festlegen, dass die Minutenwerte lediglich Cirka-Werte darstellen und keinen Anspruch auf vollkommene Genauigkeit erheben.)

Thema Zeit Lernziel LK Lerner Medium Sozialform
1. allgemeines Gespräch über das Befinden der Lerner 10 Minuten Einstimmen auf die Stunde und auf die Unterrichtssprache Fragen an die Lerner stellen, ihrerseits Fragen beantworten. Fragen der Lehrkraft (LK) beantworten, ihrerseits Fragen an die LK stellen Lehrer-LernerInnen-Gespräch
2. Vergleich der HÜ, über besondere Lern-schwierigkeiten der LernerInnen sprechen 15 Minuten Probleme in Wortschatz und Grammatik gemeinsam besprechen Besprechung von unbekannten Wörtern, Vergleich der Antworten auf die Fragen, auf individuelle Fragen eingehen, „wandelndes Wörterbuch“ Fragen an die LK stellen, ihre Antworten in der Gruppe vergleichen Lehrbuch Tangram Lehrer-LernerInnen-Gespräch
3.Vorlesen des HÜ-Textes 5 Minuten Aussprache üben Vorlesen des Textes auf Bitte der Lerner Still zuhören Lehrbuch
4. Grammatik 25 MinutenPause:15 Minuten Erlernen zwei neuer Präpositionen: statt und anstatt WH bzw. vorstellen von den Präpositionen, WH von Dativ-und Genetivformen, Illustrieren der Präpositionen durch Beispiele Fragen an die LK, Notizen in die Hefte Tafel und Heft Eher Lehrerzentrierter Unterricht
5. Grammatik üben 10 Minuten Zuvor vorgestellte Grammatik mit Hilfe von Aktivitäten besser verstehen, integrieren Aufgabenstellung erklären, stille Hilfestellung Aufgabe individuell lösen Lehrbuch Individuell
6. Vergleichdes Lückentextes 20 Minuten Grammatik im Kontext eingebunden besprechen Gemeinsam mit den Lernern Regeln aufgrund der Aufgaben besprechen Ergebnisse der Gruppe mitteilen, verbessern, Fragen klären Lehrbuch Lehrer-LernerInnen-Interaktion
7. Konversation: Beruf der LernerInnen 20 Minuten Teilfertigkeit: Sprechen „Talk-show“-Leiterin: Fragen an die Lerner, Gespräch aufrechterhalten Fragen der LK beantworten, ihrerseits Fragen an die anderen Lerner sowie an LK stellen Konversation
8. Gespräch: Wie viel Kontakt habt Ihr zur deutschen Sprache im Alltag? 15 Minuten Mehr über den Lernhintergrund der Lerner erfahren Fragen an die LernerInnen Über das eigene Lernen reflektieren Gespräch
9.Meta-reflexion über eigene Lernmethoden: Wie lerne ich persönlich Deutsch? 25 Minuten Mehr über die eigenen Lernstrategien reflektieren, mit anderen Herangehens-weisen bekannt werden, neue Ideen bekommen Fragen und Ratschläge an die Lerner Lerner teilen sich der Gruppe mit Gespräch
10. HÜ für die nächste Stunde besprechen 10 Minuten In der Stunde besprochene Grammatik zu Hause in schriftlicher Form üben und so festigen Erklärung der HÜ, etwaige Un-klarheiten klären Fragen zur HÜ Lehrbuch


Beobachtung: Lehrkraft-LernerInnen-Interaktion

Vorherrschende Sozialform im Unterricht war die freie Konversation: das Augenmerk lag auf dem freien Sprechen. Dabei wurde stets darauf geachtet, dass jeder der TeilnehmerInnen gleichermaßen zu Wort kam. Die Konversationen liefen nach ähnlichem Muster ab: Die Lehrkraft (LK) stellt ein Thema vor, zu dem die LernerInnen ihre Meinung mitteilen sollen. Dabei werden sie von der LK stets beim Namen aufgerufen. Die LK übernimmt die Rolle der „Talk-Show-Leiterin“ und zieht sich so weit wie möglich im Gespräch zurück: Die LernerInnen sollen maximal zum reden kommen. Dabei werden v. a. Aussprachefehler sofort korrigiert und von dem jeweiligen LernerIn richtig wiederholt. Bei den Konversationen findet ein Vergleich der verschiedenen Herkünfte der LernerInnen statt. Diese fragen einander danach, wie das besprochene Thema in den verschiedenen Ländern gehandhabt wird und besprechen die Differenzen und Gemeinsamkeiten. Die Konversation wird meist von der Lehrkraft beendet und ein neues Thema angeschnitten.

3.2. Darstellung der zweiten hospitierten Stunde vom 21.10.2003


Thema Zeit Lernziel Lehrkraft Lerner Medium Sozialform
1.Einstieg: allgemeines Gespräch über das Wochenende der LernerInnen 10 Minuten Einstimmen auf die Stunde und auf die Zielsprache Fragen an die LernerInnen stellen Über das Wochenende erzählen Konversation
2. Probleme im Beruf und in der Partnerschaft 20 Minuten Gespräch als Vorbereitung und Vorentlastung auf das kommende Kapitel im Lehrbuch Diskussion leiten, Fragen an die Lerner stellen Fragen beantworten und stellen, über einander mehr in Erfahrung bringen Konversation
3.Lerhbuch: Bildimpuls zum Thema Probleme im Beruf 15 Minuten Mit Hilfe des Bildimpulses Wortschatzerweiterung, Vorentlastung Wandelndes Wörterbuch Vorwissen aktivieren, neue Wörter ins Heft schreiben Lehrbuch Lehrer-LernerInnen -Interaktion
4. Übung zum Bildimpuls 10 Minuten lesen, 10 Minuten Besprechung Verständnis sichern Hilfestellung, anschließend Besprechung Lerner beantworten ja/nein -Raster zum Bildimpuls Lehrbuch Lerner, individuell
5. Hörverstehen zum Thema Probleme im Beruf 10 Minuten (mit wiederholtem Anhören) Teilfertigkeit Hören trainieren Lerner Hörbeispiel anhören lassen, ev. Hilfestellung Lerner hören zuerst nur zu, beim zweiten Mal machen sie sich Notizen CD zum Lehrbuch Lerner individuell und dann in der Gruppe
6. Besprechung des Hörbeispiels Minuten 20, 15 Minuten Pause Im Hörbeispiel vorkommende Wörter die das allgemeine Verständnis verhindern könnten und das Hörbeispiel besprechen Fragen an die Lerner stellen, neue Vokabel an die Tafel schreiben Die Lerner stellen Fragen, schreiben unbekannte Wörter in ihre Hefte Tafel, Heft Lehrer-LernerInnen-Interaktion, eher Lehrerzentriert
7. Grammatik: Fragepronomina 10 Minuten Die Lerner sollen mit neuen Fragepronomina vertraut gemacht werden Den Lernern die neuen Begriffe erklären, Form und Funktion Fragen and die Lehrkraft stellen, Notizen ins Heft Heft Lehrer-Lerner-Interaktion, eher Lehrerzentriert
8. Lesetext im Lehrbuch 10 Minuten ( mit anschließender Besprechung) Die Lerner sollen die zuvor gelernten Fragepronomina erkennen und im Text unterstreichen und sich so ihrer Funktion, ihrer Stellung im Satz noch mehr bewusst werden Hilfestellung Die Lerner lesen den Text still, besprechen ihn mit Nachbarn Lehrbuch Lerner individuell, dann in Zweier-Gruppen
9. Lückentext zum Thema Fragepronomina 15 Minuten Die Lerner sollen die zuvor gelernten Fragepronomina selbständig in einem Text einsetzten können Erklärung der Aufgabe, anschließend Hilfestellung Lückentext alleine oder zu zweit ausfüllen, Unklarheiten mit Lehrkörper klären Lehrbuch Lerner individuell, zu zweit
10. Rollenspiel: Psychologe und Patient 10 Minuten vorbereiten, 15 Minuten vorspielen Die Lerner sollen das in der Stunde angeeignete Wissen und ihr Welt-, bzw. Vorwissen in einem Dialog kreativ anwenden Erklärung der Aufgabe, Hilfestellung Zu zwei t einen Dialog überlegen, später der Klasse vorspielen Lerner in Zweier-Gruppen, dann im Plenum
11. HÜ erklären, dazu Aufbau des Lebenslaufes i der Gruppe besprechen 20 Minuten Die Lerner sollen die Form des Lebenslaufes wiederholen, um selbständig eines verfassen zu können Die Form in der Klasse wiederholen Vorwissen aktivieren Lehrbuch, Tafel, Heft In der Gruppe

Beobachtungsaufgabe: Fehlerkorrektur

Fehler werden von der Lehrkraft stets sanft aber sofort korrigiert, wobei der Redefluss manchmal unterbrochen wird. Sie achtet dabei vor allem auf die Aussprache und weniger auf grammatikalische Korrektheit. Auch wird von ihr zwischen Aktivitäten, in denen reines Sprechen geübt werden soll und jenen, in denen grammatikalische Phänomene trainiert werden sollen, unterschieden. Im ersteren Fall wird deutlich weniger verbessert und erst nach der Konversation auf etwaige Fehler aufmerksam gemacht. Diese werden von der Lehrkraft auf die Tafel, von den LernerInnen in ihre Hefte notiert. Im letzteren Fall werden Fehler von der Lehrkraft leise korrekt wiederholt gesagt und von der jeweiligen Lerner oder Lernerin ihrerseits wiederholt. ( Echoing).

Fehlerkorrektur erfolgt auch in der Form von Auto-Korrektur: Die Lerner merken noch im Redefluss ihre Fehler und verbessern sich sofort selber. Eine andere Art der Korrektur erfolgt unter den Lernenden selber. Sie helfen einander aus, wobei sie manchmal auf die Behelfssprachen Englisch und Russisch zurückgreifen.


3.3. Darstellung der dritten hospitierten Stunde vom 23.10.2003

Thema Zeit Ziel Lehrkraft Lerner Medium Sozialform
1. Einstieg: Gespräch über den „Sinn des Lebens“ 15 Minuten Die LernerInnen sollen möglichst auf das Thema der Stunde eingestimmt werden Fragen an die LernerInnen stellen Fragen beantworten und stellen Konversation
2. Bildimpuls zum Thema „Gemeinsam statt Egoismus“ 10 Minuten Die LernerInnen sollen über das Bild reflektieren und ihre Ideen der Gruppe miteilen, freies Sprechen soll geübt werden Wandelndes Wörterbuch, Diskussion leiten Gedankenaustausch, neue Wörter ins Heft notieren Bildimpuls im Buch, Tafel, Heft Konversation
3. Hörverstehen 20 Minuten ( bei jeder der 5 Sprecher wird die CD von der Lehrkraft angehalten) Hörverstehen soll trainiert werden Die 5 Sprecher einzeln besprechen, Fragen an die LernerInnen stellen, Fragen beantworten, Hörverstehen in der Gruppe vergleichen, etwaige Problemfelder herausgreifen Notizen machen, zuerst mit Partner, dann in der Gruppe vergleichen, neue Wörter ins Heft notieren CD, Lehrbuch Individuell, zu zweit, dann in der Gruppe
4. Aufbereitung des Hörbeispiels 10 Minuten Schreibzeit, 20 Minuten Besprechungszeit15 Minuten Pause Die LernerInnen sollen anhand des Hörbeispiels Dialoge verfassen können Dialoge besprechen, Fehler aufschreiben und besprechen Die LernerInnen sollen in Zweier-Gruppen einen Dialog verfassen und in der Gruppe vorstellen. Die anderen sollen sich während dem Vortrag Notizen zu den Fehlern machen, nach jedem Dialog soll eine Fehlerkorrektur durch die LernerInnen stattfinden. Die LernerInnen sollen eine neue Art der Fehlerkorrektur erleben, bewusst langsamer sprechen und aus gegenseitigen Fehlern lernen
5. Grammatik; WH vom Relativsatz und Tempora (Perfekt und Präteritum) 20 Minuten Die in den vorher verfassten Dialogen am häufigsten vorkommenden Fehler sollen systematisch besprochen werden. Die LernerInnen sollen befähigt werden, durch erneutes Bewusstmachen diese in Zukunft leichter vermeiden zu können mit den Lernern auf die häufigsten Fehler gemeinsam eingehen: Wie sind diese möglicherweise entstanden? Wie könnten sie vermieden werden? Über Fehler reflektieren, Notizen machen Tafel, Heft Lehrkraft-LernerInnen-Interaktion
6. Tauschbörse: Was ist das? 10 Minuten Die LernerInnen sollen mit dem Begriff „Tauschbörse“ vertraut gemacht werden und anschließend Vergleiche mit dem eigenen Heimat anstellen Erklären des Begriffes, Fragen an die Lerner ihre eigene Heimatländer betreffend Weltwissen aktivieren, über eigenes Heimatland erzählen Lehrbuch Konversation
7. Tauschbörse: Text im Lehrbuch lesen 10 Minuten Leseverstehen soll geübt werden. Hilfestellung Die LernerInnen sollen einen didaktisch-authentischen Text lesen und dazu Fragen beantworten Lehrbuch, Heft Individuell oder zu zweit, je nach Wunsch der LernerInnen
8. Besprechung der Aufgabe 20 Minuten Die LernerInnen sollen etwaige, beim Leseverstehen aufgekommene Fehler, Unklarheiten klären Fragen beantworten, auf Fehler aufmerksam machen Die LernerInnen teilen ihre Ergebnisse einander und der LK mit, erzählen über eigenes Land Lehrbuch, Heft Lehrkraft- LernerInnen-Interaktion, Konversation
9. Konversation: Tauschbörse: Welche Dienstleistungen könnten Sie anbieten? 20 Minuten Freies Sprechen soll trainiert werden Fragen an die LernerInnen stellen, Konversation leiten Die Lerner denken über eigene Möglichkeiten nach, erwägen verschiedene Lösungen, teilen sich der Gruppe mit Konversation


Beobachtungsaufgabe: Sozialformen

In der Stunde wird auf Abwechslung der Aktivitäten großer Wert gelegt: Es wird zuallererst mit einem mündlichen Einstieg begonnen, der auf den im folgenden zu behandelnden Kapitel im Lehrbuch einstimmen soll. Dann wird ein Text im Lehrbuch gelesen oder ein Hörbeispiel gemacht. Die LernerInnen arbeiten meistens individuell, manchmal in Zweier oder Dreier-Gruppen: Die Wahl steht den LernerInnen frei. Es folgt eine systematische Besprechung, in der der Augenmerk auf grammatikalische Phänomene, häufige Fehler der Gruppenmitglieder gerichtet wird. Dann wird ein neuer Kapitel vorgestellt. Dieser wird anschließend anhand von weiteren Lesetexten wieder gemeinsam erschlossen, Funktion und Form von einem neuen Grammatikfeld im Kontext analysiert. Dann wird dieser auch mündlich, mit Hilfe von Rollenspielen oder in Form der freien Konversation gefestigt.
So gibt es einen laufenden Wechsel mündlicher und schriftlicher Aktivitäten, die für eine erhöhte Aufmerksamkeit und Motivation der Lerner sorgen soll.


3.4. Darstellung 4. hospitierten Stunde vom 28.10.2003

Thema Zeit Ziel Lehrkraft Lerner Medium Sozialform
1. Einstieg; Wie war euer gestriger Tag ? 5 Minuten Die LernerInnen sollen auf die Stunde eingestimmt werden, es soll eine freundliche Atmosphäre geschaffen werden, die die Lernaufnahme fördern soll Fragen an die Lernerinnen Fragen der Lehrkraft beantworten, ihrerseits Fragen and die Lehrkraft stellen Konversation
2. Lückentext zu „statt“ und „anstatt“ 20 Minuten Die LernerInnen sollen gemeinsam die Regeln zur Bildung und Verwendung von „statt“ und „anstatt“ vom Text ableiten, Probleme klären Die Lerner bei der Verbalisierung von Regeln helfen, Hilfestellung leisten Die LernerInnen versuchen anhand des Textes die Regeln zu „statt“ und „anstatt“ zu abzuleiten Lehrbuch Lehrkraft-LernerInnen-Austausch
3. Grammatik: „statt“ und „anstatt“ 10 Minuten Die LernerInnen sollen die Bildung von „statt“ und „anstatt“ weiter festigen Hilfestellung Die LernerInnen bilden je einen Satz mit „statt“ und mit „anstatt“ Heft individuell
4. Vergleich 15 Minuten Die LernerInnen sollen mit Hilfe der Lehrkraft etwaige Fehler finden und Unklarheiten klären Hilfestellung Die Lernerinnen lesen ihre Beispielsätze vor. Diese werden in der Gruppe gemeinsam auf Fehler analysiert Lehrkraft-LernerInnen-Interaktion
5. mündliche Aktivität zu „statt“ und „anstatt“ 20 Minuten Die LernerInnen sollen die Verwendung von „statt“ und „anstatt“ im freien Sprechen festigen Hilfestellung Die LernerInnen üben „statt“ und “anstatt“ anhand eines Beispieles im Lehrbuch Lehrbuch Lehrkraft-Lerner-Austausch
6. Umweltbewusstsein 20 Minuten Teilfertigkeit Sprechen soll geübt werden Fragen stellen, Konversation leiten Die LernerInnen lesen sich 5 verschiedene Äußerungen zum Thema Umweltbewusstsein im Lehrbuch durch und teilen ihre Meinung der Gruppe mit Lehrbuch Konversation
7. Umweltbewusstsein im Alltag 10 MinutenPause:15 Minuten Themabestimmung Hilfestellung Die LernerInnen stimmen ab, welches sie von den 5 vorgeschlagenen Themen genauer besprechen wollen Lehrbuch
8. Biolebensmittel 10 Minuten Die Lerner sollen in diesem Themabereich ihren Wortschatz erweitern Wandelndes Wörterbuch Es erfolgt ein Brainstorming rund um das Thema Biolebensmittel Tafel, Heft Lehrkraft-LernerInnen-Austausch
9. Biolebensmittel 15 Minuten Freies Sprechen soll geübt werden Konversation leiten Die LernerInnen erzählen über ihre Einstellung zu Biolebensmitteln und zu Umweltbewusstsein allgemein. Wie gehen sie mit diesem Thema in ihrem Alltag um? Konversation
10. Interkulturelles Lernen: Umweltbewusstsein in meinem Land 10 Minuten Freies Sprechen soll geübt werden Konversation leiten Die LernerInnen vergleichen, die in Österreich herrschenden Regelungen mit denjenigen ihrer eigenen Heimatländer und diskutieren darüber in der Gruppe Konversation
11. Umweltschutz 10 Minuten Leseverstehen soll trainiert werden Hilfestellung Die LernerInnen lesen einen längeren Text zum Thema Umweltschutz durch und vergleichen ihn mit den Ergebnissen der Diskussion Lehrbuch LernerInnen individuell
12. Besprechung des Textes 20 Minuten Die LernerInnen sollen anhand des Textes ihren Wortschatz erweitern Wandelndes Wörterbuch, Text mit den LernerInnen besprechen Die LernerInnen erfragen sich Wörter die sie nicht verstanden haben und für das Verständnis des Textes für unbedingt nötig erachten Lehrbuch, Heft Lehrkraft-LernerInnen-Interaktion
13. HÜ- Besprechung 5 Minuten Die Lerner sollen zum Thema Umweltschutz in meinem Land einen schriftlichen Text zu Hause verfassen HÜ erklären Siehe Ziel

Beobachtungsaufgabe: Interaktion der LernerInnen
In dieser Stunde war die vorherrschende Sozialform die freie Konversation, die eine eingehende Beobachtung der Interaktion der Lerner untereinander erlaubte. In der Gruppe herrscht eine gute, auf gegenseitigen Respekt und Toleranz basierende Atmosphäre. Bei den Diskussionen sind sie alle offen und bereit, die im Lehrbuch vorgeschlagenen Themen auf ihren Alltag zu beziehen und ihre Erfahrungen der Gruppe mitzuteilen, Fragen zu stellen, Ratschläge zu holen und zu geben. Dabei achten sie darauf, dass jeder und jede gleichermaßen drankommt, dass niemand unterbrochen oder nicht angehört wird. Sie gehen mit den unterschiedlichen Sprachkönnen ihrer Kollegen respektvoll, rücksichtsvoll und sehr geduldig um und helfen aus, wo sie können. Auch versuchen sie diese implizit oder durch weitere Fragen zum sprechen zu ermutigen und so moralisch zu unterstützen und zu motivieren. Diese gegenseitigen Fehlerkorrekturen werden von der Lehrkraft stets begrüßt

Was die unterschiedlichen Herkunftsländer der LernerInnen betrifft, so werden diese als persönliche Bereicherung aufgefasst. Alle zeigen lebendiges Interesse an anderen Kulturen und Bräuchen. Daher werden diese bei fast jedem Thema ausgiebig besprochen.

3.5. Darstellung der 5. hospitierten Stunde vom 30.10.2003

Thema Zeit Ziel Lehrkraft Lernende Medium Sozialform
1. Einstieg: Wie geht es Dir heute? 10 Minuten Die LernerInnen sollen auf die Stunde eingestimmt werden, eine freundliche, lernfördernde Atmosphäre soll hergestellt werden Fragen an die LernerInnen stellen, Gespräch führen Fragen beantworten, über das persönliche Befinden erzählen Lehrkraft-Lerner-Gespräch
2. Verwendung von „also“ und „nämlich“ 20 Minuten Die LernerInnen sollen mit der Verwendung von „also und „nämlich“ vertraut gemacht werden und so ihren Ausdruck verbessern Anhand von Satzbeispielen die Verwendung von „also“ und „nämlich“ den LernerInnen erklären Notizen machen, Fragen stellen Tafel, Heft Eher lehrkraftzentriert
3. Lückentext 10 Minuten Die LernerInnen sollen die Verwendung von „also“ und „nämlich“ anhand eines Lückentextes üben und so mehr verstehen Hilfestellung Ausfüllen des Lückentextes Lehrbuch individuell
4. Meta-reflexion: Wie hilfreich finde ich Lückentexte zum Erlernen von Grammatik? 10 Minuten Die LerneInnen sollen ihre Meinung zu diesem Übungstyp äußern, bzw. über ihre eigenen Lernstrategien und- präferenzen nachdenken und ihnen bewusst werden Fragen an die Lerner stellen, Tipps geben Erzählen über eigene Lernstrategien: Wie lerne ich eine Fremdsprache? Lehrkraft-LernerInnen-Gespräch
5. Hörverstehen: Dialoge zum Thema des Lückentextes 10 Minuten Hörverstehen soll trainiert werden Hilfestellung, auf die Bedürfnisse der LernerInnen eingehen, wie oft sie das Hörbeispiel anhören möchten Die LernerInnen vergleichen ihre Ergebnisse des Lückentextes mit dem Hörbeispiel, korrigieren CD, Heft
6. Hörverstehen: Besprechung 20 Minuten Die LernerInnen sollen dank der ausführlichen Besprechung des Hörbeispiels ihren Fehlern bewusst werden, Unklarheiten klären können Hilfestellung, auf die Fehler der Lernerinnen eingehen, diese ausführlich besprechen Fragen stellen, Notizen machen Heft Lehrkraft-Lerner-Gespräch
7. Dialoge vorlesen 10 Minuten Die LernerInnen sollen die Dialoge vorlesen und so die Aussprache verbessern Aussprachefehler verbessern, Dialoge vorlesen, aus den eigenen Fehler und jenen der anderen LernerInnen lernen Lehrbuch
8. Bewerbung 15 Minuten Die LernerInnen sollen mit dem Texttyp „Bewerbung“ vertraut gemacht und befähigt werden, eine solche selbständig verfassen zu können Teilt den Lernern mit wie eine Bewerbung in Österreich ausschauen soll, was es beinhalten soll Notizen machen Lehrbuch, Tafel Frontalunterricht
9. interkulturelles Lernern: Wie schaut eine Bewerbung in meinem Land aus? Welche Unterschiede gibt es zu Österreich? 10 Minuten Die LernerInnen sollen mit den Konventionen anderer Länder vertraut gemacht werden, freies Sprechen üben, in dem sie über ein ihnen bekanntes Thema sprechen Fragen stellen. Konversation leiten Informationen über eigenes Land geben Konversation
10. Lesen einer Bewerbung 10 Minuten lesen, 10 Minuten besprechen Die LernerInnen sollen durch das analytische Lesen einer didaktisch-authentischen Bewerbung befähigt werden, selbständig eine solche verfassen zu können Hilfestellung, anschließend Fragen der Lerner gemeinsam besprechen Die LernerInnen lesen eine Bewerbung, überlegen sich Fragen dazu Lehrbuch Individuell, dann in der Gruppe
11. HÜ 5 MinutenPause: 15 Minuten Die LernerInnen sollen zu Hause eine Bewerbung in schriftlicher Form verfassen HÜ erklären Notizen
12. Bildgeschichte zum Thema Partnerschaft 10 Minuten Die LernerInnen sollen zur Bildgeschichte Hypothesen aufstellen, mit einer Partnerin oder einem Partner besprechen Hilfestellung Hypothesen zur Bildgeschichte aufstellen und in Partnerarbeit einen kurzen Dialog schreiben Lehrbuch Partnerarbeit
13. Dialoge zur Bildgeschichte 15 Minuten Die LernerInnen sollen ihre Dialoge zu zweit vorlesen und eventuelle Fehler verbessern, neue Wörter, Ausdrucksformen dazulernen Hilfestelllung, Ratschläge, Tipps den Lernern geben, wie sie ihren Ausdruck verbessern könnten Vorlesen und Notizen machen Tafel, heft LK-LenerInnen-Interaktion
14. Text zur Bildgeschichte 20 Minuten Milyen lesen?Die LernerInnen sollen einen kurzen, authentischen Text lesen und so den wahren Verlauf des Dialoges erfahren, Wortschatzerweiterung Hilfestellung, „wandelndes Wörterbuch“ Text lesen und mit eigenen Hypothesen vergleichen, Wortschatzerweiterung Lehrbuch, Heft
15. Rezeption der Geschichte: Warum habe ich die Geschichte gemocht/nicht gemocht? 10 Minuten Die LernerInnen sollen ihre Meinung zum Text äußern, die Wirkung des Textes auf sich kommentieren, eigene Meinung ausdrücken trainieren Gespräch leiten Eigene Meinung zum Text ausdrücken, mit seiner Rezeption durch die anderen Gruppenteilnehmer vergleichen Konversation


Beobachtungsaufgabe: Hörverstehen (HV)

In dieser Unterrichtseinheit fanden gleich zwei HV- Übungen statt, was eine eingehende Beobachtung ermöglichte. Vor jedem Hörbeispiel wurde der Ablauf den LernerInnen von der Lehrkraft genau erklärt. Sie bat diese, am Anfang ausschließlich zu zuhören und noch keine Notizen zu machen. Sie sollen nicht versuchen, jedes einzelne Wort zu verstehen, sondern den Text auf sich wirken lassen, und einen Gesamtreindruck von dessem Inhalt und Botschaft u. ä. gewinnen. Nach dem ersten mal Anhören wurde das Hörbeispiel nur kurz und oberflächlich besprochen und Wörter, die die Lerner als unbedingt notwendig für das Verständnis erachteten, wurden geklärt. Beim zweiten Anhören wurde die CD des Öfteren angehalten, also in kleinen Abschnitten angehört, um die Rezeption des Hörtextes zu verlangsamen, und das Verständnis zu erleichtern und die Lernaufnahme zu optimieren. Die LernerInnen machten sich Notizen zu den W-Fragen( Wer mit wem, warum wo, wie, wann?) oder erfüllten die vorher geklärten Aufgaben. Anschließend fragte die LK, ob die LernerInnen es für notwendig erachteten, das Hörbeispiel ein drittes Mal anzuhören. Das war in keinem der Fälle notwendig. Nun wurden die Ergebnisse in der Gruppe besprochen, Unklarheiten, besondere Schwierigkeiten beim Verstehen gemeinsam erörtert. Schwierige Wörter, die jedem Probleme bereitet haben, wurden von der LK auf die Tafel und von den LernerInnen in ihre Hefte geschrieben. Diese sollten ihnen bei der Erfüllung der HÜ, die auf dem Hörbeispiel basierte, erleichtern.

3.6. Nachbesprechung der Hospitation mit der Betreuungslehrerin

Nach 20 Stunden ausführliche Beobachtung der Stunden wollte ich noch folgende Fragen mit meiner Betreuungslehrerin besprechen.
1) Welche Schwerpunkte setzten Sie im Unterricht?
2) Wie korrigieren Sie Fehler und wann?
3) Welche Ratschläge können Sie mir vor meinen eigenen 6 Unterrichtsstunden auf den Weg geben? Worauf sollte ich besonders achten? Haben Sie spezielle Wünsche, welche ich mit den LernerInnen behandeln sollte?

(1) Besonders viel Wert legt die Betreuungslehrerin auf eine möglichst makellose Beherrschung der Grammatik. Diese sollte, vor allem im Anfängerunterricht täglich intensiv geübt werden, den Hauptteil also der Stunden ausmachen. Der Unterricht sollte vor allem für die mündliche Kommunikation genützt werden. Damit aber der schriftliche Ausdruck nicht zu kurz kommt, sollten regelmäßig schriftliche HÜ aufgegeben werden, die dann die Lehrkraft einzusammeln und zu verbessern hat. ( Eine gemeinsame Fehleranalyse in der Gruppe wurde von der Betreuungslehrerin nicht erwähnt).

Neben der Beherrschung der Grammatik ist es für die Betreuungslehrerin von höchster Wichtigkeit, die LernerInnen zu befähigen, sich in Alltagssituationen ( z.B. auf der Strasse auf öffentlichen Verkehrsmitteln, im Supermarkt, in öffentlichen Ämtern u.s.w.) adequat ausdrücken zu können. Deshalb werden solche Situationen, besonders im Anfängerunterricht, oft simuliert und miteinander geübt. Davor sollte die LK wichtige Ausdrücke mit den Lernern erschließen und auf die Tafel schreiben. Dabei ist auf ein klares, übersichtliches und korrektes Tafelbild –am besten in zwei Farben – zu achten.

Die Frage, ob sie nach einer bestimmten Methode arbeitete, verneinte die Betreuungslehrerin. Sie arbeite kommunikations- und inhaltsorientiert, das heißt mit einem besonderem Augenmerk auf die Teilfertigkeit Sprechen, auf die freie Kommunikation im Unterricht und zwar von Anfang an: „Manche LernerInnen kommen außerhalb des Unterrichts kaum zum Sprechen in der Zielsprache.“ sagte sie. „Dieses Defizit soll im Unterricht ausgeglichen werden.“ Hierfür sollte die LK stets für Themen und Anregungen sorgen, die dem Erwartungs- und Erfahrungshorizont der Lerner entsprechen, d.h. sie persönlich ansprechen, ohne aufdringlich zu wirken. Die anderen Teilfertigkeiten wie Hören, Lesen und Schreiben werden zwar auch berücksichtigt und regelmäßig geübt, doch dienen diese oft als Vorbereitung oder Vorentlastung auf das Sprechen. Dennoch würde die Betreuungslehrerin ihren Unterricht nicht mit der kommunikativen Methode gleichsetzen.
Sie betreut vor allem 2B sowie em1 Kurse, also Fortgeschrittene. Ihr Unterrichtsmaterial bestehe hauptsächlich aus dem Lehrbuch, Tangram für 2B und em1 für die Mittelstufe. Für letztere nehme sie des Öfteren Nachrichten als HV-Übungen auf, oder bespricht zur Abwechslung Zeitungsartikel. Doch arbeite sie hauptsächlich mit dem Lehrbuch, was auch auf die hohen Kopierkosten und auf die eher sporadische Ausstattung des Kurszimmers zurückzuführen sei. Lehrendem und LernerInnen stehen lediglich 3 bis 4 kleine Tafeln und Tafelstifte, sowie ein Kassettenrekorder oder CD - Player zur Verfügung. Over-headfolien, Videos kommen als Abwechsung nicht n Frage.

(2) Wie bereits aus den Schwerpunkten der Betreungslehrerin erkennbar, legt sie viel Wert auf die Aussprache der LernerInnen. Wie sie sagte, seien solche schwerwiegender für das Gelingen der Kommunikationsintention als Grammatikfehler und führten oft zu Kommunikationsschwierigkeiten und Missverständnisse. Deshalb werden Fehler sofort und von Anfang an korrigiert. Grammatikfehler werden bei mündlichen Aktivitäten ebenfalls sanft aber sofort korrigiert, vor allem wenn es sich um „Grundwissen“, wie das richtige Konjugieren von Verben ( z.B. er möchtet statt er möchte) handelt. Schriftliche Hausübungen werden von der Betreuungslehrerin regelmäßig eingesammelt, zu Hause verbessert und den LernerInnenn zurückgegeben. Es liegt an ihnen, wie sie mit diesen nachher umgehen. Eine Verbesserung verlange die Betreuungslehrerin nicht und auch eine gemeinsame Fehleranalyse, in der die Fehler der LernerInnen anonym besprochen werden und so aus ihnen profitiert werden könnte, wurden von ihr nicht erwähnt.

Auf meine Frage ob es denn besser sei, sich als Lehrkraft während dem Sprechakt der LernerInnen Notizen zu machen, diese mit ihnen anschließend in einer gemeinsamen Fehleranalyse genauer zu durchgehen, um so die Unterbrechung des Redeflusses zu vermeiden und die LernerInnen nicht womöglich aus dem Konzept zu bringen, antwortete die Betreuungslehrerin, dass gerade das Notizenmachen der Lehrkraft die LernerInnenr oft verunsichere und sie am freien Sprechen hindere. Deshalb finde sie das Notieren von Fehler nicht ratsam. Daraus schloss ich, dass man als Lehrkraft womöglich die LernerInnen selbst fragen sollte, mit welcher Fehlerkorrektur sie am besten umgehen können. Gemeinsam könnte dann ein Weg gefunden werden, der für jedermann akzeptabel sei. Auf keinen Fall sollten sich die LernerInnen durch die Korrekturen eingschüchtert.
Hierbei möchte ich auf Gertrude Heyd verweisen die zum Thema Korrigieren beim sprechen folgendes notierte:

(…) Der Sprachenunterricht braucht also unbedingt eine ermutigende Atmosphäre. Er muß bemüht sein, immer wieder Anlässe und Situationen zu schaffen in denen die Lerner als möglichst autonome, kommunizierende, ganze Personen handeln können und in denen sie ihre eigenen Intentionen verwirklichen. (…) Im Unterricht muß es also gerade beim Sprechen ein erkennbares und sinnvolles Maß an Fehlertoleranz geben. ( meine Betonung)

(3) Ein wichtiger Punkt ist die Unterrichtssprache: Diese sollte von Anfang ausschließlich Deutsch sein. Die LernerInnen sollten sofort einige Grundverben des Klassenzimmers lernen, damit Arbeitsanweisungen verstanden werden könnten. Weiters sei es wichtig, so die Betreuungslehrerin, langsam, deutlich, in kurzen und simplen Sätzen zu sprechen. Bei der Besprechung von Grammatik empfiehlt es sich, viel zu betonen und zu wiederholen, das erleichtere die Aufnahme und Festigung von Grammatikregeln und neuen Wendungen.. Obwohl die Unterrichtkommunikation möglichst auf Deutsch stattfinden sollte, sind andere Fremdsprachen nicht ganz ausgeschlossen. So haben die LernerInnen die Möglichkeit sich gegenseitig auf Englisch, oder in einer anderen Sprache, die mehrere Lerner teilen, auszuhelfen. Meistens aber versucht die Betreuungslehrerin unbekannte Wörter zu umschreiben, in einen Kontext zu setzten und in besonders „hartnäckigen“ Fällen, diese mimisch oder graphisch darzustellen.

Weitere Ratschläge betrafen die Zusammensetzung bei Gruppenarbeiten. Es sollten bei jeder Aktivität die Gruppen gewechselt werden, und dabei sollte es möglichst vermieden werden, dass LernerInnen der gleichen Muttersprache zusammenarbeiten. Außerdem sei darauf zu achten, dass die LernerInnen gleichermaßen zum Reden kommen, wobei die Persönlichkeit und die damit zusammenhängende Kommunikationsbereitschaft selbstverständlich berücksichtigt werden sollte. Es sollte jedoch nicht zu einer Einseitigkeit der Beteiligung unter den Lernerinnen kommen. Vielmehr sollte die Lehrkraft diese durch interessante Themen und Fragen zum Reden motivieren, sie ermutigen und ihnen Selbstvertrauen geben, sich trotz Fehler zu sprechen zu trauen. Eine positive, angstfreie Atmosphäre sei zum Lernen unumgänglich und sollte Hauptziel der Lehrkraft sein.

Was meine Unterrichtsstunden betrifft, so ließ mir die Betreuungslehrerin vollkommen freie Hand. Ich sollte lediglich darauf achten, dass die LernerInnen möglichst viel zum Sprechen kommen und womöglich auch Grammatik mit ihnen durchgenommen wird. Dies sei aber nicht unbedingt erforderlich. Unterrichtsmethode und -material wolle sie mir nicht vorgeben. Diese wären meine Entscheidung.

Im folgenden Kapitel soll die Vorbereitung und Durchführung meiner 6 Unterrichtsstunden, die ich in 2 dreistündigen Einheiten durchführte, näher dargestellt werden.


5.Selbständig durchgeführte Stunden

Im Rahmen meines DaF-Praktikums habe ich sechs Stunden, d.h. zwei dreistündige Einheiten in einem em1 Kurs unterrichtet. Von besonderem Vorteil war die Tatsache, dass ich mit den LernerInnen dank den 20 Stunden an Hospitierung – bereits bekannt, mit ihren Interessen, ihren Präferenzen bei Aktivitäten gut vertraut war. Da erlaubte mir, meine Unterrichtsstunden auf diese abzustimmen und sie so die Stunden sozusagen mitgestalten zu lassen.
In den hospitierten Stundenhabe ich beobachtet, dass die LernerInnen besonders gerne diskutieren, bestimmten Themen argumentieren. Deshalb wollte ich ihnen meinerseits viel spannendes Material bieten, die zu einer lebhaften Diskussion herausfordern. Wie Heyd Gertrude betont sollten im Unterricht „anregende und motivierende Impulse“ gegeben werden, „die es den Lernern ermöglichen, gern und aus eigener Initiative zu sprechen“
Gleichzeitig sollten die von mir behandelten Themen zusammenhängend und in sich geschlossen sein, sodass sich - für die LernerInnen erkennbar - am Ende ein Kreis schließe und nicht der Eindruck von Zusammenhangslosigkeit oder gar ein Gefühl der Verwirrung entstehe.

5.1. Persönliche Ziele:

Als Erstes wollte ich mir persönliche Ziele festlegen, die ich mir Unterricht unbedingt vor Augen halten wollte.
Ich wollte als Unterrichtende in meinen Unterrichtsstunden:
- In der Gruppe eine gute, ermutigende Atmosphäre und ein Gefühl des Dazugehörens schaffen.
- Inhalte wählen, die für die LernerInnen relevant und interessant sind und sie möglichst den Unterricht mitgestalten lassen.
- Bei den Aktivitäten die ganze Persönlichkeit der LernerInnen einbeziehen und ihre Meinung berücksichtigen.
- Im Unterricht miteinander und voneinander lernen.
- Die unterschiedlichen Herkunftsländer der LernerInnen berücksichtigen und interkulturell arbeiten (d.h.Vergleiche anstellen, Unterschiede, Gemeinsamkeiten entdecken).
- Mich als Unterrichtende möglichst zurücknehmen und als Hilfestellung und „wandelndes Wörterbuch“ agieren
- vor allem langsam, deutlich und in kurzen und simplen Sätzen sprechen.

Mein Hauptziel war, den LernerInnen einen neuen, möglicherweise ungewohnten Zugang zur Fremdsprache zeigen, ihre Interesse für sprachliche Phänomene wecken und sie zum selbständigen Lernen der Zielsprache durch aufmerksames Lesen befähigen. Dabei hielt ich mich an keine didaktische Methodik im Speziellen; Anregungen holte ich mir u.a. aus den ÖDaF-Mitteilungen zum Thema „Literatur im Fremdsprachenunterricht“ von Hans-Jürgen Krumm (2000).

5.2.Unterrichtsmaterialien

Wie aus den obigen Zielen erkennbar, wollte ich mich in meinen Unterrichtsstunden nicht ausschließlich mit dem Lehrbuch arbeiten, sondern es mit anderem, neuem Material kombinieren. Ich halte die Abwechslung von Unterlagen, Arbeitsvorlagen im Unterricht für wichtig, nicht nur um die Motivation der LernerInnen zu behalten, sondern auch um sie dazu zu befähigen, auch mit anderen als bloß didaktisch-authentischen Texten zurechtzukommen. Deshalb beschloss ich in den Stunden hauptsächlich Teile Christine Nöstlingers Gretchen Sackmeier zu den Themen „Familie“ in der ersten Stunde und „ Essen“ in der zweiten Stunde lesen und dieses eventuell mit Kapiteln aus dem Lehrbuch zu de selben Themen kombinieren.

4.3 Warum Literatur im DaF-Unterricht?

Die Stellung von Literatur im Fremdsprachenunterricht wird bis heute sehr unterschiedlich bewertet, ihre vielseitigen Vorteile oft unterschätzt. Hans-Jürgen Krumm in seinem Beitrag zu den ÖdaF-Mitteilungen unterstreicht die „emotionalen, kreativ-ästhetischen und die sozio-kulturellen Dimensionen des Sprachenlernens“ und betont die essentielle Rolle von literarischen Texten im DaF-Unterricht „nicht nur als Motivationselemente (…) sondern als zentrale Bestandteile bereits in frühen Stadien des Fremdsprachenunterrichts.“

Auch Buttaroni und Knapp weisen darauf hin, dass „für das Verstehen sprachlicher Interaktionen (…) die Verwendung natürlich-komplexer, authentischer Texte aus dem Alltagsleben, Film, Theater und der Literatur“ essentiell ist (meine Hervorhebung). Christine Nöstlinger ist eine der wichtigsten österreichischen Autorinnen, deren Bücher für Kinder und Jugendliche allseits bekannt und beliebt sind. Ihre liebevoll-ironische Darstellung der österreichischen, insbesondere der „Wiener Familie“ lässt sich unter anderem im DaF-Unterricht sehr vielseitig aufarbeiten. Die Autorin behandelt in ihren Werken wichtige Themen und Charaktere, die den Leser zur Identifikation und Reflexion einladen. Außerdem erlaubt ihr besonderer Stil, das sich, unter anderem, in der Literarisierung des Wiener Dialekts äußert, eine interessante Sprachenanalyse und Wortschatzerweiterung . Andererseits sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass gerade dieser reiche Wortschatz zu Schwierigkeiten und möglicherweise zu Demotivation der LernerInnen führen könnte und deshalb womöglich nur fortgeschrittene und sehr motivierte LernerInnen befassen möchten.

Da ich die LernerInnen bereits so gut kannte, waren für mich solche Bedenken unbegründet. Ich wusste, dass alle LernerInnen sehr „experimentierfreudig“ gegenüber neuen Unterrichtsmethoden waren, dass sie gern und viel lernten und vor komplexeren „Twxtes nicht zurückschreckten. Laut Hans- Jürgen Krumm sollten „Texte ausgewählt werden, die zur Bildung von Hypothesen, zur Nutzung unserer Lesestrategien herausfordern, d.h. es muss eine gute Mischung aus Bekanntem und Unbekanntem sein (…) . Gretchen Sackmeier eignet sich daher hervorragend, denn die im Buch behandelten Themen sind vielseitig und so, dass die LernerInnen sie höchstwahrscheinlich leicht ihren eigenen Erfahrungen verbinden, bzw. neue Elemente in ihre Erfahrungswelt einbinden können. Meine Hoffnung war auch, dass die LernerInnen durch den Unterricht zum Lesen von österreichischer Literatur, zur Lektüre in der Zielsprache also ermutigt wären und sie das Buch womöglich ihre Kinder, ihrem Bekanntenkreis weiterempfehlen würden.

Meine Ziele lauteten folgendermaßen:

Richtziel: Die LernerInnen sollen anhand des Buches Gretchen Sackmeier von Christine Nöstlinger inhaltsorientiertes, analytisches und argumentatives Lesen trainieren.

Feinziel: Die LernerInnen sollen sich intensiv und kreativ mit einem authentischen Text auseinander setzen. Sie sollen ihren Wortschatz erweitern und dazu befähigt werden, Lesestrategien zum Lesen von Texten in der Fremdsprache zu entwickeln.
Sie sollen ihre Leseflüssigkeit trainieren
Sie sollen durch das Kennen lernen eines neuen Zugangs zu literarischen Texten der Fremdsprache ihre Scheu vor diesen verlieren und diese als eine effektive und spannende Art des Fremdsprachenlernens neu entdecken./ nicht nur als Quelle von neuem Lernmaterial sondern auch als Quelle der Freude der Entspannung neu entdecken.

5.4. Stundenplan der ersten Stunde: Was habe ich geplant?

Anmerkung 1: Ich habe diese Stunde für neun LernerInnen geplant, die in den bisherigen Stunden anwesend waren. Da das Buch zu lang ist, werden nur einige Passagen besprochen, die nach ihrem Bezug auf das Hauptthema der Stunde „ Familie“ ausgewählt worden sind.


Thema Zeit ziel Lehrkraft Lerner Medium Sozialform
1. Einstieg: Vorstellen des Themas der Stunde: Lesen. Fragen an die LernerInnen stellen: Wieviel lest Ihr? Wann, wo, warum , was lest ihr? Lest ihr gern? U.s.w. 5 Minuten Die LernerInnen sollen auf das Thema der Stunde eingestimmt werden und über ihre Leseerfahrungen erzählen. Der Einstieg ist auch wichtig für mich als LK, um die Einstellung der LernerInnen zum Lesen überhaupt besser einschätzen zu können Fragen an die LernerInnen stellen Fragen der LK beantworten, ihrerseits Fragen an LK und an LernerInnen stellen Konversation
2. Vorstellen der Autorin, des Titels und des Untertitels: Warum gerade dieses Buch? Worum könnte es im Buch gehen? 5 Minuten Die LernerInnen sollen mit einer wichtigen, zeitgenössischen österreichischen Autorin und mit ihrem Beitrag zur österreichischen Literatur bekannt gemacht werden, sowie mit den Gründen, warum ich gerade dieses Buch gewählt habe. Fragen an die LernerInnen stellen: Kennt jemand von euch Christine Nöstlinger? Worum könnte es im Buch gehen? Wer könnte Gretchen Sackmeier sein? Wie könnte sie ausschauen? Beachtet den sprechenden Namen) Anschließend den Untertitel „Eine Familiengeschichte“ angeben und die erste Textstelle (1.Kapitel des Buches) austeilen. Die LernerInnen stellen Hypothesen zum Inhalt und zu den Charakteren des Buches auf und begründen diese. Die Aufstellung von Hypothesen soll ihre Interesse wecken und sie motivieren, mehr über das Buch in Erfahrung zu bringen. Tafel Lerhkraft-LernerInnen-Interaktion
3. Erste Textstelle: erstes Kapitel aus dem Buch Gretchen Sackmeier 15 Minuten Die LernerInnen sollen mit den weiteren Charakteren des Buches bekannt gemacht werden und erste Eindrücke über Stil, Ton des Buches gewinnen. Hilfestellung: es werden keine leitenden Fragen gestellt, die LernerInnen werden nur gebeten, die Textstelle aufmerksam durchzulesen ohne jedes einzelne Wort im Wörterbuch nachzuschlagen und sich bei Schwierigkeiten an die LK zu wenden. Die LernerInnen lesen den Text und unterstreichen eventuell unbekannte Wörter bzw. Sätze, die sie anschließend in der Gruppe besprechen möchten. Handout individuell
4. Besprechung der Textstelle 10 Minuten Die LernerInnen sollen ihre ersten Eindrücke mitteilen. Anschließend soll der Inhalt genauer diskutiert werden, um ein für die kommenden Aufgaben wichtiges Wissen über die Charaktere u.s.w. zu gewinnen Fragen an die Lerner stellen: Welche Eindruck habt ihr von der Familie? Wie viele Familienmitglieder gibt es? Was erfahren wir über sie? (Äußeres, Hobbies etc.) Alle Mitglieder haben einen besonderen Tick? Welche? Habt ihr ähnliche Ticks? Wie ist die Rollenerteilung in der Familie? Die Lerner stellen Fragen an die LK, notieren sich neue Wörter und beantworten Fragen der LK. Tafel, Lehrkraft-LernerInnen-Interaktion
5. Inhalt des Buches erschließen 5 Minuten Die LernerInnen sollen nun, nach dem sie die Charaktere des Buches kennen gelernt haben, den ungefähren Inhalt sowie wichtige Themen im Buch spielerisch erschließen. Hilfestellung, Erklären der Aufgabe: Jetzt kennt ihr die Charaktere der Familie, aber noch nicht den Inhalt. Diesen sollt ihr in der nächsten Aktivität herausfinden. Die LernerInnen gehen in Zweiergruppen zusammen und setzen die in Kuverts auf kleinen Kärtchen befindenden Inhalt wie einen Puzzle zusammen Kuverts mit Inhalt, die die LernerInnen in die richtige Reihenfolge setzten sollen Gruppenarbeit
6. Besprechung und Vergleich der Reihenfolge 5-7 Minuten Inhaltsorientiertes Leseverstehen soll trainiert werden: Die LernerInnen sollen ihre Ergebnisse in der Gruppe vergleichen und dabei Unklarheiten klären. Fragen an die LernerInnen stellen: Fandet ihr diese Aufgabe schwierig? Was habt ihr neues über die Familie herausgefunden? Welche Probleme könnten da angesprochen werden? Wer könnte die Marie-Luise sein? Welche Rolle könnte sie im Buch spielen? Fragen der LK beantworten, ihrerseits Fragen stellen LK-LernerInnen-Interaktion
7. nächste Textstelle lesen 10 Minuten Analytisches Leseverstehen: Um welches Probleme geht es n dieser Textstelle? Die LernerInnen sollen anhand der Textstelle mit einem der Hauptthemen im Buch konfrontiert werden: die Emanzipation der Frau und die Reaktion der Familie Hilfestellung, „wandelndes Wörterbuch“ Die LernerInnen lesen die Textstelle, unterstreichen eventuell Wörter, die sie nicht kennen und beantworten die Frage. Anschließend sprechen sie mit einer Partnerin über die Textstelle Handout Individuell , ansclhileßend Partnerarbeit
8. Besprechung der Textstelle 10 Minuten Die LernerInnen sollen ihre Ergebnisse der Gruppe mitteilen, ihre Meinung zum Thema äußern, Wortschatzerweiterung Fragen an die LernerInnen stellen, die das Verstehen erleichtern und die Hauptaussage der Textstelle resümieren sollen. Um welches Problem handelt es sich? Was möchte Gretchens Mama machen? Wie reagiert der Papa darauf? Die Lernerinnen beantworten die Frage der LK, schreibe sich neue Wörter auf. Tafel ,Heft LK.-LernerInnen-Interaktion
9. Lehrbuch em1: Emanzipation der Frau: Interview 10 Minuten Inhlatsorientiertes Lesen eines Zeitunginterviews, Verbindungen zum Buch herstellen können. Hilfestellung, Erklären der Aufgabenstellung. Die LernerInnen lesen einen Interview im Lehrbuch zum selben Thema durch und unterstreichen je einen Satz mit dem sie einverstanden und einen mit dem sie nicht einverstanden sind. Dabei versuchen sie, Bezüge zwischen diesem und dem zuvor gelesenen Text und ihrer eigenen Situation herzustellen. Lehrbuch Partner- oder Kleingruppenarbeit
10. Besprechung 15 MinutenPause:15 Minuten Fragen an die LernerInnen stellen, Diskussion leiten: Wie ist die Einstellung in eurem Heimatland zu berufstätigen Frauen? Gibt es Ähnlichkeiten, Unterschiede zu Österreich? Findet ihr thematische Parallelen zwischen dem Text und dem Interview? Fragen der LK beantworten, Wissen über eigenes Land mitteilen. Konversation
11. Handout: Lückendialog 10 Minuten Die LernerInnen sollen ihr Wissen um die Charaktere des Buches auf kreative Weise erweitern. Leseverstehen soll auf spielerische Weise „geprüft“ werden. Um die folgende Aufgabe erfüllen zu können, müssen die LernerInnen auf ihr zuvor erworbenes Wissen über die Charaktere zurückgreifen, ihre eigenen Hypothesen hineinbringen. Lückendialog austeilen, Aufgabenstellung erklären, Hilfestellung geben: Nun kennt ihr Papas Reaktion auf die Emanzipation der Mama. Wie aber könnten die Kinder Gretchen und Hänschen dazu eingestellt sein? Ihr habt hier ein Dialog in dem Gretchens Sätze ausgestrichen wurden und nur Hänschens Reaktionen zu lesen sind. Versucht den Dialog in Partnerarbeit zu vervollständigen Die LernerInnen füllen den Dialog zu zweit aus. Handout Partnerarbeit
12. Vorlesen der Versionen der LernerInnen und der „richtigen“ Version 10 Minuten Die LernerInnen sollen ihre Hypothesen mit der Originalversion vergleichen, darüber reflektieren. LK hört sich Dialogversionen an, korrigiert ev. Fehler der Aussprache oder schwerwiegendere Grammatikfehler, leitet Gespräch, liest als Auflösung ursprüngliche Textstelle vor. Die LernerInnen beantworten Fragen der LK, lesen zu zweit ihre Versionen vor, vergleichen diese mit der Originalversion. Handout Partnerarbeit, anschließend Gruppe
13. Rollenspiel: Talkshow zum Thema: Emanzipation der Frau: ja oder Nein? (genauere Darstellung des geplanten Ablaufs siehe Anhang 2) 20 Minuten Freies, argumentatives Sprechen soll anhand des zuvor angeeigneten Wissens zu einem bestimmten Thema geübt werden: Meinung ausdrücken, Sprechakte wie Verneinung Zustimmung, Verärgerung, Unsicherheit, Befürchtung etc. üben, bzw. wiederholen Ablauf erklären, Formeln der Meinungsäußerung wiederholen bzw. neue dazu sagen auf die Tafel und in die Hefte schreiben. Rollenverteilung erklären Verschiedene Rollen aus der Familie Sackmeier übernehmen, 5 Argumente zur jeweiligen Rolle überlegen, Rolle vorbereiten Papierstreifen mit Rolle und Zitat drauf Gruppenarbeit: Talk-Show
Besprechung des Rollenspiels: Zu was für einer Lösung kommen wir? Ev. Gemeinsame Fehleranalyse 10 Minuten Die LernerInnen sollen hier noch einmal die Möglichkeit haben, ihre Meinung zu den bisherigen Textstellen zu äußern und dabei zusammen Vorschläge zur Lösung des Familienproblems überlegen. Fragen an die LernerInnen, Gespräch leiten Lösungsstrategien vorschlagen, Meinung zum Text äußern Konversation
HÜ (siehe Anmerkung 2) 5 Minuten Die LernerInnen sollen zwischen verschieden en Vorschlägen zu einer schriftlichen HÜ wählen. HÜ erklären Notizen machen, Fragen stellen Tafel individuell, schriftlich zu Hause












Anmerkung 2: Rollenspiel

Vorbereitung: verschiedene Formeln der Meinungsäußerung wiederholen, bzw. neue dazulernen. Die LernerInnen sollen auch auf das Register aufmerksam gemacht werden (wann verwendet man was, mit wem und wo?). Mein Ziel war es, die LernerInnen zu befähigen, sich ausgewählter und situations- und registergerechter auszudrücken sowie Ihnen die Möglichkeit lassen, aus einem Reservoir an Formeln zu wählen.
Die LernerInnen sollen folgende Ausdrüce lernen, bzw. wiederholen:

Ich glaube, meine, denke, finde, dass…
Meiner Meinung nach/ Meiner Ansicht nach/ meines Erachtens
Ich glaube nicht/ ich bin nicht sicher, ob…
Ganz und gar nicht!
Ich glaube, ich muss Ihnen da widersprechen…
Ich bin nicht ganz einverstanden mit dem was Sie sagen…
Ich kann mich Ihrer Meinung nicht anschließen

Erlauben Sie mir Ihnen zu widersprechen
Entschuldigen Sie, dass ich Sie unterbreche…
Verzeihen Sie, wenn ich Sie unterbreche…
Ich möchte betonen, dass
Ich betone, dass
Es ist mir wichtig, Ihnen zu sagen, dass…

Einerseits…andererseits
Erstens…zweitens…drittens…viertens…
Zwar…aber

2. Rollenverteilung: (Zitate aus Sekundärliteratur)
Die LernerInnen ziehen einen Papierstreifen, auf dem ihre Rolle (z.B. Papa Sackmeier) und ein Zitat aus dem Buch steht, der die Suche nach passenden Argumenten erleichtern sollte. Dann überlegen sie sich jeweils 5 Argumente die zum jeweiligen Charakter passen und in dem sie versuchen, so nah am Text zu bleiben wie möglich. Dennoch können sie ermutigt werden, auch ihre eigenen Argumente hineinzubringen. Dazu müssen sie ihr Vorwissen aktivieren und noch einmal ihre Eindrücke beim Lesen reviedieren. Das soll die Rezeption des Textes verlangsamen und die Aufnahme intensiver macht. Die LernerInnen schreiben ihre Argumente auf, wozu sie 5 bis 10 Minuten zur Verfügung haben.

Bei der Rolle des Talk-Show-Leiters wollte ich mich noch nicht festlegen. Ob diesen ich oder einer der Lerner übernehmen sollte, würde von der Zahl der an diesem Tag anwesenden Lerner abhängen.

Nun sollte das Rollenspiel in der Form einer Talk-Show stattfinden, in dem jede und jeder zum sprechen kommt. Vorteil des Rollenspieles ist , dass es wichtige Fertigkeiten, wie Fragen stellen und beantworten, die eigene Meinung, Zustimmung, Verärgerung ausdrücken u.s.w. in sich vereint. Außerdem können sich die LernerInnen in verschiedene Rollen hineinversetzen und so eine mögliche Scheu, in der Fremdsprache zu sprechen leichter ablegen. Jeder und jede muss zu Wort kommen.

Nach der Diskussion sollen gemeinsam Lösungen für die einzelnen Familienmitglieder überlegt und Ratschläge erteilt werden. (z.B. X sollte/könnte/müsste´…. Wenn ich X wäre, würde ich…An der Stelle von Y würde ich….) Die Stunde soll mit abschließenden Fragen an die LernerInnen zum Text (z.B. Wie habt ihr diesen Text gemocht? Würdet ihr ihn lesen? Weiterempfehlen?) beendet werden.

Anmerkung 3: Hausübung

- Stell Dir vor Marie-Luise, die Freundin der Mama Sackmeier schreibt an Papa Sackmeier ein e-mail, in dem sie ihn über sein Unrecht überzeugen will. Außerdem erteilt sie ihm Ratschläge, wie er mit der Emanzipation seiner Frau besser umgehen könnte. Was könnte sie schreiben? Wie könnte sie argumentieren? Wie wird der Ton des e-mails sein? (kämpferisch? Bittend-besänftigend? Ironisch?)
- Stell Dir vor, Mama Sackmeier und Marie-Luise treffen sich in einem Kaffee, um über Ehegatten, Kinder und Schwiegermütter zu reden? Verfasse einen Dialog.
- Stell Dir vor, Mama Sackmeier schreibt Tagebuch. Beschreibe aus ihrer Seicht einen Tag in der Familie Sackmeier. Wie ist ihr Tagesablauf? Worauf muss sie alles achten?

5.5. Ablauf der ersten selbständig durchgeführten Stunde: Was ist tatsächlich passiert?

Meine erste Stunde ist sehr gut und lehrreich verlaufen. Meine erste lektin war eine bessere Zeiteinteilung. Was ich in dieser Stunde verstanden habe, ist, dass die LernerInnen oft mehr Zeit brauchen, als dies vorgesehen war. So habe ich, von einer Angst ausgehend, ich hätte nicht genug Material oder Ideen haben um die 180 Minuten zu füllen, zuviel vorbereitet. Nur in der Stunde selbst bin ich draufgekommen, dass die LernerInnen mehr Zeit brauchen, um stressfrei und produktiv die Aufgabenstellungen erfüllen zu können. Aus den vorgesehenen 10 Minuten zum Lesen wurden leicht 15, aus den 15 zur Konversation 20. Ich wollte die LernerInnen auch nicht drängen, schneller zu lesen oder sie bei Ihrem Beitrag unterbrechen, da ich selber gemerkt habe, wie angenehm und motivierend es ist, wenn sowohl Lernerinnen und auch die Lehrkraft genug Zeit haben, um stressfrei das jeweilige Thema ausführlich zu besprechen und es womöglich weiter als geplant auszuloten. Man muss in der Stunde Prioritäten setzten und auf geplante Themen verzichten ohne jedoch das Grobziel ( in diesem Fall Leseverstehen eines authentischen Textes) aus den Augen zu verlieren. So habe ich letztendlich auf das Lehrbuch-Teil vollkommen verzichtet, weil ich gesehen habe, dass die LernerInnen an den Textpssagen aus Gretchen Sackmeier, obwohl sie ihn für einen schwierigeren Text halten, sehr viel Spaß hätten und sich eingehend damit beschäftigen wollten. Auf ihren Wunsch bin ich genauer auf das außergewöhnliche Vokabular von Christine Nöstlinger eingegangen und die Lernerinnen für den ungewöhnlichen Stil der Autorin, Dialekt zur Literatursprache zu machen, sensibilisiert, sowie für die implizite Haltung des Erzählers, die sich hie und da zu erkennen gibt. Hierbei ist es mir noch bewusster geworden, wie wichtig ein großes Sprachgefühl, d.h. das Wissen um das Reichtum der Sprache, um Synonyme, Nuancen, bestimmte Ausdrucksweisen und ihre implizite Botschaft, was das Register betrifft ist. Die Lernerinnen waren keineswegs , wie ich anfänglich befürchtet habe, durch solche Informationen überfordert, sondern baten ausdrücklich um diese. - An dieser Stelle beschloss ich, auf dieses lebhafte Interesse der LernerInnen einzugehen und mich in meiner nächsten Stunde noch mehr auf Wortschatzerweiterung zu konzentrieren,.

Bei den Konversationen waren die LernerInnen ebenfalls sehr aktiv und teilten gern ihre Meinung mit. Ihrer regen Teilnahme ist es zu verdanken, dass diese Gespräche sehr bereichernd und für jedermann aufschlussreich wurden: Wir haben mehr über einander, über unsere jetzigen und früheren Einstellungen erfahren, und sogar persönliche Anekdoten erzählt. Hierbei halte ich es für wichtig, dass die Lehrkraft ein gewisses Feingefühl dafür entwickelt, wer worüber wie viel und wie gern spricht, die LernerInnen also als Individuen sieht, und ihre Art der Mitarbeit respektiert. So redete eine Lernerin zwar deutlich weniger als ihre Kollegen in der Stunde, brachte aber die Hausübungen stets pünktlich und, wie ich von der Betreuungslehrerin erfuhr, auch mit Erfolg.

Die Stunde verlief sehr gut und es kam zu keinerlei Komplikationen. Nur einmal kam es zu einem kleinen Missverständnis, weil eine Lernerin die Aufgabenstellung nicht genau verstanden hatte. Nicht jeder Lerner und jede Lernerin versteht gleich schnell. So kann es zu Missverständnissen kommen, die sich aber leicht vermeiden lassen, wenn die Aufgabenstellungen von vornherein mehrmals erklärt werden, damit kein Zweifel besteht, dass alle diese verstanden haben. Nach anfänglichen Unsicherheiten beim Lückendialog meisterten die Lernerinnen diese Aufgabe sehr gut. Eine besondere Überraschung für mich war, dass einige von ihnen den in Zweiergruppen vervollständigten Dialog nicht nur vorliesen, sondern auch schauspielerisch darstellten und so ihrer Version zusätzlich Lebendigkeit und Überzeugungskraft verliehen. Beim Verglich der Dialoge der LernerInnen und der Originalstelle stellten wir mit Freude fest, dass diese sich in den meisten Fällen überraschend ähnelten. Für mich war das ein wichtiges Feedback, dass die LernerInnen dank ihres beim Lesen und in den Besprechungen gewonnenem Wissen die Reaktionen der Charaktere richtig einschätzen und Leerstellen kreativ und folgerichtig füllen konnten.

Wie habe ich mich als Lehrkraft gefühlt?
Ich kann mit Freude sagen, dass ich mich in dieser - noch zweifellos etwas ungewohnten - Rolle überraschend gut, ja selbstsicher fühlte. Meine anfänglichen Bedenken, zu wenig oder nicht Interessantes genug vorbereitet zu haben, hat sich nicht bestätigt, im Gegenteil. Ich konnte im Unterricht für zahlreiche „Aha-Erlebnisse“ bei den LernerInnen sorgen, z.B. bei den sprechenden Namen und hatte das Gefühl, ihnen Wissenswertes und Interessantes übermittelt zu haben. Durch ihre Reaktion und lebhafte Mitarbeit haben mir die LernerInnen gezeigt, dass sie den neuen Zugang zum literarischen Text zwar etwas schwierig, doch gerade deshalb auch sehr gut und effizient fanden. Sie fassten die Authentizität von diesem als Herausforderung und nicht las Entmutigung oder gar als Grund für Demotivation und Mutlosigkeit auf.

Ich traf also in meiner ersten Stunde auf eine Aufmerksamkeit und Lernbereitschaft der LernerInnen, die sich jede LK nur wünschen kann. Ich habe in diesen 180 Minuten sehr viel verstanden, was ich bisher nur in der Theorie las. Ich habe verstanden, dass man als Lehrkraft vor allem Flexibilität und Spontaneität braucht, um sich an die LernerInnen und ihrem Tempo anpassen und in der Stunde entscheiden zu können, was man eventuell reduzieren oder weglassen könnte, ohne dass die Stunde an Kohärenz und Übersichtlichkeit einbüße. Die Lehrkraft soll zwar die Stunde stets gut planen, doch sind es letztendlich die LernerInnen, die die Stunde bestimmen.

(Was nahm ich mir für die nächste Stunde vor?
Ich wollte
- langsamer und deutlicher sprechen
- mehr mit Wortschatz, Register und Ausdruck arbeiten
- gezielter landeskundlich arbeiten)

Im Folgenden soll der Plan, wie ich ihn ursprünglich vorgesehen habe, dargestellt werden.

5.6. Stundenplan der zweiten selbständig durchgeführten Stunde

Anmerkung: Auch in dieser Stunde sollte das Buch Gretchen Sackmeier behandelt werden, jedoch mit einem anderen Themenschwerpunkt, nähmlich das Essverhalten der Familie. Das Buch ist in der letzte Stunde gut angekommen, die LernerInnen zeigten sich bereit,sich auch weiterhin mit diesem zu beschäftigen. Sie waren nun mit den Charakteren bereits vertraut, was einen persönlicheren Zugang um Thema erlaubt.


Thema Zeit Ziel LK Lerner Medium Sozialform
1. Einstieg: Essverhalten der LernerInnen 5 Minuten Einstimmen der LernerInnen auf das Hauptthema der Stunde, um ihnen den Übergang zum Text zu erleichtern. Fragen an die LernerInnen stellen: Wieviele Mahlzeiten nehmt ihr zu euch? Um wie viel Uhr? Alleine? In der Kantine? Am Tisch oder stehend? Etc. Fragen der LK beantworten, ihrerseits Fragen stellen Konversation
2. Textstelle: Essverhalten der Familie Sackmeier 10 Minuten Suchendes Lesen, Wortchatzerweiterung Textstelle austeilen und Arbeitsanweisungen geben: Unterstreicht bitte alle Wörter (Nomen, Adjektive ..), die mit Essen zu tun haben. Überlegt auch, um welche Geschmacksrichtung und welche Mahlzeit es sich dabei handeln. Könnte. Wiederholung der Geschmacksrichtungen und der Namen von den Hauptmahlzeiten an der Tafel. Text lesen und Wörter unterstreichen Handout Zuerst in der Gruppe, dann individuell
3. Besprechung der Textstelle 10 Minuten Die LernerInnen sollen neue Vokabeln lernen und mit Hilfe der LK auf die implizite Bedeutung der Nahrungmittel für die Entwicklung der Charaktere sensibilisiert werden. Sie sollen also sowohl einen sprachlichen als auch einen literarischen Zugang zum Text haben Die LK bespricht unbekannte Wörter, macht auf andere aufmerksam, stellt mit den LernerInnen Zusammenhänge zwischen den Wörtern her, sagt Synonyme, erklärt sie durch Beispiele oder graphisch an der Tafel, schreibt neue Wörter auf . Hilft den Lernern durch gezielte Fragen den Text aus einer anderen Perspektive zu lesen: Was und wie essen die unterschiedlichen Charaktere? Was sagt das über sie aus? Welchen Vokabulars bedient sich die Autorin und was könnte sie damit sagen wollen? Die LernerInnen fragen unbekannte Vokabel nach, leiten andere Wörter mit Hilfe der LK ab, arbeiten zusammen an der Interpretation des Textes mit. Handout LK-LernerInnen-interaktion
4. Diskussion: gesund essen 10 Minuten Die LernerInnen sollen das Essverhalten der Charaktere analysieren, ihre Meinung begründen, mit ihrem eigenen Essverhalten vergleichen, über ihre Erfahrungen mit österreichischem Essen sprechen. Die Textstelle soll möglichst mit Persönlichem assoziiert werden, unbekannte Vokabeln mit Anekdoten verbunden und so leichter angeeignet werden. LK stellt Fragen an die Lernerinnen, leitet Diskussion über gesundes Essen, österreichische Küche, initiiert interkulturellen Austausch über Essen. LernerInnen beantworten Fragen der LK; diskutieren über das Essverhalten der Charaktere, sagen ihre Meinung darüber, diskutieren miteinander, indem sie die in der Stunde davor gelernten Ausdrucksformeln der Meinungsäußerung (siehe Anmerkung 2) anwenden. Diskussion
5. Handout mit neuen Ausdrücken aus dem Bereich des Essens (siehe Anhang) 10 Minuten Die LernerInnen sollen ihren Wortschatz anhand des Buches erweitern, d.h. mit idiomatischen Ausdrücken aus dem Tier- und Essbereich bekannt gemacht werden. Die Lehrkraft teilt Handout aus und erklärt Aufgabenstellung, Hilfestellung Die LernerInnen versuchen, unterstrichene Ausdrücke zu verstehen und mit ihren eigene Worten zu umschreiben. Handout In Partnerarbeit
6. Besprechung des Handouts 10 Minuten Die LernerInnen sollen nicht Verstandenes klären. Außerdem soll ein Vergleich zwischen den Sprachen stattfinden und mögliche Gemeinsamkeiten, Unterschiede idiomatischer Ausdrücke aufgezeigt werden. Fragen an die LernerInnen stellen: Mit welchen Tieren werden die Charaktere verglichen? Warum? Welche Assoziationen werden geweckt? Gibt es in eurer Sprache ähnliche Ausdrücke? Wodurch unterscheiden sie sich? Die LernerInnen reflektieren über eigene Sprache und setzen diese in Verbindung zur deutschen Sprache. Schreiben sich neue Wörter in das Vokabelheft. Tafel, Heft LK-Lerner-Interaktion
7. Handout: Übergewicht 10 Minuten Die LernerInnen sollen Aussagen aus dem Text anhand ihres Vorwissens über die Figuren zuordnen. Leseverständnis soll auf spielerische Weise gesichert werden. Aufgabenstellung den LernerInnen erklären: Ein weiteres wichtiges Thema im Buch ist das Thema Übergewicht und Gesellschaft. Liest euch die folgenden Gesprächsfetzen durch und überlegt auch bitte, wer was gesagt haben könnte? Warum glaubt ihr das? Die LernerInnen versuchen Gesprächsfetzen zuzuordnen. Handout Partnerarbeit
8. Besprechung 15 Minuten Wortschatzerweiterung, über die mögliche Intention des Erzählers nachdenken, intensives, aufmerksames und hinterfragendes Lesen trainieren. Unbekannte Wörter aufschreiben, mit den Lernerinnen gemeinsam Synoyme sammeln, Fragen an die LernerInnen stellen: Welcher Charakter ist wie zum Übergewicht eingestellt? Mit wem von ihnen könnt ihr euch am meisten identifizieren? Warum? Warum könnte Christine Nöstlinger dieses Thema gerade in einem Jugendbuch ansprechen? Fragen der LK beantworten, Vorwissen aktivieren Handout Lehrkraft-Lernerinnen-Interaktion
9. Interkulturelles Lernen: das Schönheitsideal in meinem Land 10 Minuten Die LernerInnen sollen ihre Meinung zu einem bestimmten Thema mitteilen, über die Bräuche anderer Länder erfahren. Freies Sprechen soll geübt werden. Gespräch leiten, Fragen stellen: Wie ist das Schönheitsideal in deinem Land? Von wem wird er bestimmt? Hat es sich im Laufe der Jahre verändert? Gibt es Gemeinsamkeiten, Unterschiede zu Österreich? Fragen der LK beantworten, ihrerseits Fragen stellen. Konversation
10. Zeitungsausschnitt: Interview aus dem Woman-Magazin: Thema: Prominente zum GEwichtsproblem 15 Minuten Die Lerner sollen, die Einstellung der Charaktere zum Gewicht mit einem aktuellen Interview vergleichen? Ist da Buch wirklichkeitsfremd oder spricht es reale Probleme an? Die Lerner sollen 5 Sätze die ihnen wichtig erscheinen untersteichen und darüber reflektieren. Text austeilen, Lerner darauf aufmerksam machen, dass sie nicht jedes Wort verstehe müssen und lediglich die Botschaft des Artikels verstehe sollten. Hilfestellung Text lesen, Aufgabenstellung erfüllen. Handout Individuell, dann mit Partner
11. Besprechung des Zeitungsartikels 10 Minuten Die LernerInnen sollen ihre Meinung zum Thema mitteilen, darüber diskutieren. Freies Sprechen soll geübt werden. Unbekannte Wörter klären, Fragen an die LernerInnen stellen: welche Sätze habt ihr unterstrichen, warum? Mit wem könnt ihr euch am besten identifizieren? Fragen beantworten, Wörter ins Heft schreiben. LK-Lerner-Interaktion
12. Rollenspiel: Talk-Show zum Thema: Übergewicht und Schönheitsoperationen 20 Minuten Die Lernerinnen sollen sich entweder mit einem der Prominenten des Zeitungsartikels oder mit einem der Mitglieder der Sackmeier-Sippe identifizieren, Argumente zum Thema aufschreiben, argumentatives Sprechen soll geübt werden. Aufgabenstellung erklären, Hilfestellung, dann Rolle der Talk-Show-Leiterin übernehmen. Mit den zuvor aufgestellten Argumenten die anderen von der eigenen Meinung zu überzeugen versuchen. Diskussion
13. Abschließende Gedanken: Feedbackfragen beantworten 15 Minuten Die Lernerinnen sollen mit der LK abschließend über das Buch Gretchen Sackmeier sprechen, Hypothesen über den möglichen Ausgang der Geschichte aufstellen, ihre Meinungen über den Text äußern. Zum Schluss sollen die LernerInnen ihre Meinung über Stundenaufbau, LK u.s.w. schriftlich verfassen. Gespräch leiten: Fragen an die LernerInnen stellen: Was habe ich in der Stunde gemocht? Was habe ich nicht gemocht? Was habe ich vermisst? Was hätte ich noch gern gemacht? Die Lernerinnen bitten, soviel wie möglich zu kritisieren. Die Lernerinnen füllen den Feed-back-Bogen aus.






5.7. Ablauf der zweiten, selbständig durchgeführten Stunde: Was ist tatsächlich passiert?

(Anmerkung: In dieser Stunde waren nur die weiblichen Lernende anwesend, deshalb wird im Folgendem stets mit „Lernerinnen“ auf sie verwiesen.)
Auch in der zweiten Stunde hat sich gezeigt, dass ich zuviel vorbereitet habe. So ist es zum Rollenspiel aufgrund der mangelnden Zeit nicht mehr gekommen. Auch habe ich es in der Stunde für besser gehalten, den Lernerinnen mehr Zeit als vorgesehen zu geben und dafür auf das Interview im Woman - Magazin zu verzichten, damit nicht das Gefühl von “gehetzt sein“ aufkommt. Sonst ging alles, wie in der ersten Stunde nach Plan und es kam zu keinen Komplikationen, Missverständnissen. So hatte ich Gelegenheit, die Lernerinnen ausführlich zu ihren Meinungen zum Ablauf der Stunde, zu den Unterrichtsaktivitäten, zu mir als Lehrkraft zu befragen. Ich bat sie 4 Fragen schriftlich zu beantworten, auf welcher Sprache sie wollten: Ich bat sie auch, mir soviel an Kritik und Verbesserungsvorschlägen zu geben wie möglich, damit ich aus ihnen lernen und sie in meiner späteren Lehrlaufbahn vermeiden könnte. Im Folgendem möchte ich auf die positiven und negativen Bemerkungen der Lernerinnen eingehen und die abgelaufene Stunde auf diese Weise eingehend reflektieren.


Erste Frage: Was habe ich in der Stunde besonders gemocht?

Alle Lernerinnen schienen die von mir durchgeführten Stunden, sowie die Stimmung die ich vermittelt habe, gemocht zu haben: „Wir haben viel gelacht“ oder „Flora hat gute Beziehung zu den Studenten“: Ich hätte alle ins Gespräch einbezogen und aufgepasst, dass jeder und jede gleicher Maßen zu Wort kommt.
Fünf der sieben Lernerinnen lobten die Tatsache, dass ich die 180 Minuten maximal genützt habe und es keine „tote Zeit“ gab. Tatsächlich musste ich eine der Lernerinnen während einer Konversation bitten, ihren Beitrag zu verkürzen, da sie eigentlich nicht zum Thema sprach und zu sehr davon abzudriften drohte. Mir fiel es nicht leicht sie zu unterbrechen, aber hielt es dennoch für notwendig, um im Stoff weiterzukommen und das Lernziel so weit wie möglich zu erreichen. So entschuldigte ich mich bei ihr für meine Strenge und erklärte ihr und ihren Kolleginnen, dass wir noch viel Stoff durchzumachen hätten, unsere Zeit jedoch begrenzt sei. Ihre Reaktion war überraschend positiv und verständnsivoll. Sie gab mir recht und entschuldigte sich. Auch die andren schienen mir für diese Emahnung dankbar: „Ich fühle, wir haben die Zeit sehr gut benutzt [sic]“ –so eine Lernerin, „ Du hast uns unterbrochen, wenn wir gingen entfernt von Thema. Das ist am besten für uns. Wirklich!“ (wörtliches Zitat einer Lernerin). So hatten wir auch tatsächlich genügend Zeit, den Großteil des von mir geplanten Stoffes gemeinsam zu besprechen. Besonderen Augenmerk legte ich in dieser Stunde auf Wortschatzerweiterung, auch als Reaktion auf die Bitte der Lernerinnen aus der letzten Stunde. Hier traf besonders das Handout mit den „tierischen“ Ausdrücken sowie die Ausdrücke mit Essen auf großen Zuspruch. Es fand in der Gruppe ein Vergleich der zahlreichen Sprachen der Lernerinnen statt, was zur Bereicherung und Amüsement aller beitrug. So habe ich beispielsweise erfahren, dass der deutsche Ausdruck „stur wie ein Esel“, und bei Christina Nöstlinger „stur wie ein Bock“ auf Philipinisch in “stur wie ein Kochtopf“ ihre Entsprechung findet. Diese menschliche Eigenschaft wird also nicht mit einem Tier, sondern mit einem Gegenstand in Verbindung gebracht. In allen anderen Sprachen der Lernerinnen ließ sich eine deutliche Nähe zum deutschen Ausdruck finden, wobei in Spanien die Kuh für die Sturheit herhalten muss. Diese Vergleiche machten den Lernerinnen auch deutlich, dass es zwischen den Sprachen viele Gemeinsamkeiten gibt und auch die Fremdsprache Deutsch einiges an Bekanntem und aus der eigenen Muttersprache Vertrautem enthält.

Ebenfalls wichtig erschien mir ein Vergleich zwischen dem „deutschen“ Deutsch und dem „österreichischem“ Deutsch. Wie mir zwei Lernerinnen in der Stunde davor anvertrauten, hatten sie vor, nach Deutschland zu fahren. So hielt ich es durchaus für angebracht, das Thema „Essen“ für einen solchen Vergleich zu nutzen und die Lernerinnen mit den zahlreichen Unterschieden zwischen den beiden Versionen des Deutschen ( z.B. Kartoffeln und Erdäpfel, Tomaten und Paradeiser, Pfannkuchen und Palatschinken u.s.w.) vertraut und sie auch der Vielseitigkeit der deutschen Sprache bewusst zu machen. So wurden sie auch sensibilisiert, ihrerseits Vergleiche zwischen den Sprachen anzustellen, Wörter bewusster zu lernen und sogenannte Eselsbrücken zu bauen, die das Integrieren neuer Wörter nicht nur wesentlich erleichtert sondern es vor allem interessanter und spannender macht. Wie mehrere Lernerinnen schrieben, fanden sie diese- für sie neue – Art der Wortschatzerweiterung „intensiv“, „reich“, und sogar „wertvoll“.

Was mir eine besondere Freude bereitet hat, war die Tatsache, dass ich mein Grobziel erreicht habe. Die Lernerinnen reagierten sehr positiv auf das Lesen eines authentischen Textes. Sie fanden Gretchen Sackmeier sehr gut und interessant und empfanden es keineswegs als langweilig oder einseitig, das Buch in zwei aufeinander folgenden Stunden zu behandeln. Wie sie sagten, war es für sie das erste Mal, dass sie ein österreichisches Buch, praktisch ohne Wörterbuch lasen und auch verstanden. Viele zeigten die Textstellen sogar zu Hause; Der Unterrichtsstoff wurde also sogar zu einem Gesprächsstoff in der Familie. Ihre Interesse und ihre Motivation, auch weiterhin mehr zu lesen äußerte sich in der Bitte, weitere österreichische Bücher von mir empfohlen zu bekommen – was ich denn auch mit Begeisterung tat. Aus ihren Kommentaren schloss ich, dass ich den Erwartungs- und Erfahrungsniveau der Lernerinnen sowie ihr Sprachniveau richtig eingeschätzt habe: Das Buch war ja nicht zu schwierig, um demotivierend zu wirken, es war jedoch auch nicht zu einfach, sodass sich die Lernerinnen herausgefordert fühlten: Man soll ja als Lehrkraft stets versuchen, die „via regia“ zwischen diesen beiden Extremen finden zu: die LernerInnen aus-aber nicht überbelasten.

Gut fanden die Lernerinnen auch den Aufbau der Stunden. Vor allem eine Lernerin, die ebenfalls eine pädagogische Ausbildung als Lehrerin hat, lobte die Tatsache, dass die Aktivitäten sich logisch aufeinander bezogen und ihre Abfolge so war, d